Fünf Jahre HPW Côte d’Ivoire: Von „nicht einfach“ zu schnellem Wachstum und noch lange nicht am Ziel

Fünf Jahre nach dem Start blickt Michael Mawusime, CEO von HPW Côte d’Ivoire, mit einem klaren Gefühl zurück: Inspiration.

„Wenn ich zurückblicke, bin ich sehr inspiriert und ermutigt von dem, was wir als Unternehmen in einem halben Jahrzehnt erreicht haben“, sagt er und verweist auf das Vertrauen, das all das erst möglich gemacht hat: „Ich bin Hans Peter sehr dankbar für seinen Glauben an junge Afrikanerinnen und Afrikaner und dafür, dass er uns die Möglichkeit gegeben hat, seine Vision gemeinsam mit ihm weiterzutragen.“

Warum HPW nach Côte d’Ivoire kam:

Wertschöpfung an der Quelle

Auf die Frage, was HPW vor fünf Jahren motiviert hat, in Côte d’Ivoire zu starten, ist Michael Mawusimes Antwort eindeutig: Wertschöpfung an der Quelle.

Die Logik dahinter ist schlicht und praktisch: Wertschöpfung an der Quelle führt zu Jobschaffung, Arbeitschancen und letztlich zu Wohlstand. HPW bezog bereits Rohmaterialien aus Côte d’Ivoire, die in Ghana verarbeitet wurden. Der Aufbau von Operationen direkt vor Ort bedeutete, die Wertveredelung dort umzusetzen, wo sie beginnt.

Die frühe Realität:

„Es würde nicht einfach werden“

Vom ersten Tag an war Michael Mawusime klar, dass diese Expansion herausfordernd sein würde.

„In ein neues Umfeld zu kommen, eine Fabrik aufzubauen und dann gab es diese Sprachbarriere: Ich sprach kein Wort Französisch.“

Gleichzeitig hielt er zwei Überzeugungen: Es würde nicht einfach und es ist möglich. Und, wie er sagt, es war notwendig.

Die grössten Herausforderungen:

Sprache, Systeme, Kultur, Menschen

Michael Mawusime beschreibt vier zentrale Herausforderungen beim Aufbau der Operationen:

  • Kommunikation: aus einem englischsprachigen Kontext zu kommen, ohne Französisch zu sprechen.

  • Administrative Verfahren: sich in einem System zurechtzufinden, das er als „einschüchternd oder anspruchsvoll“ beschreibt und schnell zu lernen, wie Prozesse funktionieren, damit der Fabrikaufbau vorankommt.

  • Kultur und Tempo: sich an ein Umfeld anzupassen, das er als eher „gemütlich“ erlebt hat, während gleichzeitig Druck da war, Dinge zu „treiben“ und „schnell voranzubringen“.

  • Die richtigen Leute finden: das passende Team aufzubauen, war eine der grössten Hürden.

Die wichtigste Erkenntnis:

Menschen vorbereiten, bevor Wachstum kommt

Über alle Herausforderungen hinweg kristallisierte sich für ihn vor allem eine Erkenntnis heraus: Talente frühzeitig vorbereiten und entwickeln, noch bevor Expansion passiert.

Er betont das „Fördern und Entwickeln von Menschen für künftige Expansion und Entwicklung“, weil Übergänge schneller gelingen, wenn Teams bereit sind, die Vision mitzutragen.

Dazu nutzt er ein Bild aus einem Buch, das er erwähnt: „the pineapple patch“ (das Ananasfeld). Ein Ananasfeld wirkt geordnet und bewusst gestaltet, weil jemand den Boden vorbereitet, geplant und alles gut arrangiert hat, im Gegensatz zu wilden Sträuchern daneben. Sein Punkt: Ergebnisse entstehen nicht zufällig, sondern durch Vorbereitung, Geduld und konsequentes Dranbleiben.

„Das erfordert auch, dass man geduldig mit Menschen ist“, sagt er. „Man muss sie trainieren, coachen und durch den Prozess begleiten. Dieses Lernen braucht Zeit.“

Kultur transferieren:

Training und Austausch mit Ghana

Der Aufbau der HPW-Kultur in Côte d’Ivoire war laut Michael Mawusime stark durch umfangreiche Trainings geprägt mit Fokus darauf, Wissen und Skills im Team aufzubauen.

Ein zweites Schlüsselelement: der kontinuierliche Austausch mit Ghana. Teammitglieder wurden nach Ghana geschickt, um direkt zu lernen und zu sehen, wie HPW sich über die Jahre entwickelt hat,  nicht nur davon zu hören, sondern es zu erleben.

Über fünf Jahre hinweg habe das geholfen, eine Kultur zu verankern, die sich auf Folgendes stützt:

  • Qualität

  • kontinuierliche Verbesserung

  • Lebensmittelsicherheit

  • den Anspruch, mehr zu erreichen

Meilensteine, auf die er stolz ist:

Kapazität, Wachstum, Karrieren

Gefragt, worauf er am stolzesten ist, nennt Michael Mawusime zuerst die Führungs- und Managementkapazität, die über die Jahre aufgebaut wurde und wie entscheidend sie für Erfolg oder Misserfolg ist.

Er hebt ausserdem das Produktionswachstum hervor: von rund 700 Tonnen Trockenfrüchten in einer frühen Phase bis zu einem Ziel von 1’000 Tonnen in diesem Jahr.

Was er jedoch immer wieder betont, ist die Entwicklung der Menschen: Mitarbeitende, die als Gelegenheits- bzw. Tagesarbeiter gestartet sind und zu Schichtleitern, Supervisoren und Managern wurden. Diese interne Entwicklung ist für ihn ein zentraler Meilenstein.

„Etabliert?“ Noch nicht, weil als Nächstes Nachhaltigkeit kommen muss

Ob es einen Moment gab, in dem er sich in Côte d’Ivoire voll etabliert fühlte, beantwortet Michael Mawusime ehrlich:

„Ich würde nicht sagen, dass wir schon etabliert sind. Wir müssen unser Geschäft nachhaltig machen und die notwendigen Gewinnmargen erreichen.“

Der Fortschritt sei real, aber Nachhaltigkeit und Profitabilität seien weiterhin aktive Arbeit.

Was ihm persönlich am wichtigsten ist:

Jobs und Stabilität

Auf die Frage, welche Errungenschaft ihm persönlich am meisten bedeutet, nennt Michael Mawusime die Jobs, die geschaffen wurden, und die Stabilität, die Menschen ein Einkommen und damit eine Existenzgrundlage für ihre Familien gibt.

Er erwähnt auch, dass er über die Jahre viele Industrien und Fabriken in der Umgebung habe schliessen sehen und dass es deshalb umso mehr zählt, weiter zu operieren und zu wachsen.

Das Team heute:

Motiviert, bereit, sich zu beweisen

Wie beschreibt Michael Mawusime den Spirit des HPW-Teams in Côte d’Ivoire heute?

„Ein sehr motiviertes Team“, sagt er Menschen, die sich beweisen wollen, sich verbessern und das Wachstum des Unternehmens aktiv mitgestalten wollen.

Das nächste Kapitel:

Expansion, Profitabilität, Valorisation

Mit Blick nach vorne sind seine Ziele klar und operativ:

  • expandieren und profitabler werden

  • Margen erhöhen

  • mehr Rohmaterial einkaufen

  • maximieren, was aus dem Rohmaterial herausgeholt werden kann („Valorisation“)

  • das Leben der Mitarbeitenden verbessern

Er sagt, die Expansion laufe bereits: Die Arbeiten haben begonnen, um die Kapazität der Fabrik zu verdoppeln, parallel zur Einführung neuer Technologien im Zusammenhang mit der Valorisation der Rohmaterialien.

Die nächsten fünf Jahre:

Kostenmanagement und smartere Abläufe

Michael Mawusime sieht Chancen in der Valorisation, gleichzeitig aber grosse Herausforderungen durch Kostendruck:

  • operative Kosten

  • Rohmaterialkosten

  • Lohnkosten

  • Energiekosten

Sein Fazit: Die Zukunft verlangt smarteres Kostenmanagement und die Fähigkeit, neue Technologien zu nutzen, um profitabel zu bleiben.

Worte der Wertschätzung

Michael Mawusimes Rückblick ist auch von Dankbarkeit geprägt. Er sagt, er sei „sehr dankbar“ gegenüber Hans Peter für dessen Vertrauen in junge Afrikanerinnen und Afrikaner und für die Möglichkeit, die Vision weiterzutragen. Zudem drückt er seine Wertschätzung für die Unterstützung aus, die er über die Jahre von Mike, James sowie von seinem Team und seinen Kolleginnen und Kollegen in Ghana erhalten hat. Eine Unterstützung, die die letzten fünf Jahre für ihn zugleich inspirierend und ermutigend gemacht habe.

Was ihn nach über zwei Jahrzehnten bei HPW motiviert

Als Teil der HPW-Geschichte seit mehr als zwei Jahrzehnten motiviert ihn, was er mit eigenen Augen gesehen hat: mit einem kleinen Team zu starten und zu erleben, was daraus geworden ist.

Er ist überzeugt, dass noch viel mehr möglich ist. Angetrieben wird er durch die Leben, die durch Arbeit und Beschäftigung berührt werden und durch die Wirkung der HPW-Produkte auf internationalen Märkten.

Eine Botschaft an Community und Partner

Seine Botschaft zum Fünf-Jahres-Meilenstein ist direkt: weiterarbeiten und motiviert bleiben, Wege zu finden, die Kosten zu verbessern, damit das Unternehmen profitabler, nachhaltiger und zukunftsfähiger wird.

Denn für HPW Côte d’Ivoire sind fünf Jahre nicht die Ziellinie. Sie sind der Beweis, was möglich ist und ein Anstoss für das, was als Nächstes kommt.